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© Tanja Bagusat - Fotolia.com

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Auf Facebook wurden massenweise Fotos von Gewalt und Sex verbreitet. Grund ist ein Hackerangriff auf das soziale Netzwerk. Die Nutzer der Seite helfen dabei unfreiwillig bei der Verbreitung der anstößigen Fotos mit. Im “Newsfeed” erscheinen aktuelle Statusmeldungen und weitere Informationen von befreundeten Facebook-Nutzern und darunter befinden sich durch den Angriff auch die Fotos. Diese sind oft bearbeitet und manipuliert und sollen zum Beispiel Stars beim Sex zeigen. Als Absender werden dann die Freunde angezeigt. Der Mechanismus funktioniert so, dass Nutzer dazu verleitet werden, in die Adresszeile ihres Browsers eine schädliche Javascript-Zeile zu kopieren und auszuführen. Dadurch verteilen sie die Inhalte, ohne sie selbst zu sehen. Facebook-Sprecher geben aber an, dass dabei keine Nutzerkonten geknackt oder Daten gestohlen wurden. Unklar ist bisher, wer hinter dem Angriff steht. Auch das verfolgte Ziel ist nicht eindeutig klar. Vermutlich soll dem Netzwerk einfach ein Imageschaden zugefügt werden. Denn zumindest werden die Nutzer nicht zu kostenpflichtigen Internetangeboten geleitet. Die Hacker-Gruppe Anonymous wird verdächtigt, den Angriff ausgeführt zu haben. Sie hatte vorher in einem Video angekündigt, dass ein “Fawkes Virus” Facebook angreifen würde. Anonymous agiert auch gegen Kinderpornografie im Internet oder auch gegen Scientology. Facebook wollte selbst nicht zum Thema der möglichen Täter Stellung beziehen. Natürlich behält sich das Unternehmen aber rechtliche Schritte vor.

Außerdem hat Facebook schon Mechanismus entwickelt, durch welche die schädlichen Konten und Seiten schnell geschlossen werden sollen und die Zahl der Spam-Angriffe reduziert werden soll, so eine Sprecherin. Weiter werden den Nutzern Informationen bereit gestellt, wie sie sich am besten schützen sollten. Zum Beispiel sollte man keine unbekannten Codes in die Adresszeile des Browsers kopieren und außerdem verdächtige Aktivitäten und Inhalte auf der Seite direkt gegenüber Facebook melden.

Wikileaks / DonkeyHotey

Seit den Enthüllungen der Internet-Plattform Wikileaks, die zahlreiche hochbrisante und geheime Dokumente der amerikanischen Regierung veröffentlichte und der harten Reaktionen der staatlichen Institutionen, die nicht nur vermeintlich die Verhaftung von Wiki-Leaks-Kopf Julian Assange in Schweden wegen angeblicher Vergewaltigung nach sich zog, sondern auch zu einer Welle von weltweiten Festnahmen innerhalb der Hacker-Community führte, herrscht eine Art Kampf zwischen Behörden und den Hackern. Letztere bezeichnen diese Auseinandersetzung bereits als Krieg.

Es geht dabei Schlag um Schlag. Kaum konnten die Polizeibehörden wie beispielsweise das amerikanische FBI einen weiteren Fahndungserfolg vorweisen, wie etwa unlängst die Verhaftung von 16 Personen vor einer Woche in diversen amerikanischen Bundesstaaten sowie fünf weiteren Personen in Europa, stellen im Gegenzug ihre Freunde und Sympathisanten im Internet durch das massive Abgreifen von Daten Konzerne und Behörden bloß.

Die Behörden gehen davon aus, dass all diese Angriffe auf das Konto des Hacker-Bündnisses Anonymous gehen, welches über eine große Zahl an mehr oder weniger offiziellen Mitgliedern und Sympathisanten verfügt. Diese Dimensionen stellen in der sonst eher fragmentierten Gesellschaft der Hacker eine vollkommen neue Kategorie dar, die es auch den Ermittlern ungemein schwer macht, gegen die Angriffe anzukommen. Anonymous wies in einem authentischen Schreiben unlängst darauf hin, dass man wie bisher Regierungen angreifen werde, die ihre Bürger belügen würden und ebenso mit Konzernen verfahren werde, die mit diesen Regierungen kooperieren.

In Deutschland war von dieser Ankündigung unlängst die deutsche Polizei- und Zollbehörde sowie Rewe und Penny betroffen, allerdings noch in anderen Dimensionen als die CIA, der US-Senat, die Nato oder besonders Sony, denen Millionen an Kundenpasswörtern und sogar Kreditkarten abhanden gekommen waren. Die Hacker sind dabei so besonders schwer zu fassen, da es keinen offiziellen Kopf gibt, die Plattformen, auf denen gestohlene Daten veröffentlicht werden, oftmals auf totaler Anonymität beruhen und niemand genau weiß, wie groß die Zahl der tatsächlich aktiven Mitgliedern bei Anonymous ist und inwiefern Mitgliedschaft in dieser Gruppe überhaupt verbindlich ist oder Anonymous gar seine besondere Potenz aus einem sehr volatilen und lockeren Netzwerk zieht.